Zur Bekämpfung der Vogelgrippe ist ganz Österreich als Gebiet mit erhöhtem Risiko eingestuft worden. Ab Freitag müssen Geflügelhalter Maßnahmen umsetzen, um den Kontakt zwischen ihren Tieren und Wildvögeln zu verhindern, teilte das Gesundheitsministerium in Wien mit. 

Die Viruserkrankung wurde in den vergangenen Wochen in mehreren österreichischen Regionen in Wildvögeln nachgewiesen. Bereits vier Geflügelbetriebe mit insgesamt rund 200.000 Tieren waren in dem an Deutschland grenzenden Bundesland Oberösterreich und auch Niederösterreich betroffen.

Schutz vor Wildvögelkontakt

Geflügel darf nach den Anordnungen aus dem Ministerium nicht mehr im Freien gefüttert werden. Außerdem müssen die Tiere mit Dächern oder Netzen vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden. 

Noch strengere Regeln gelten in 25 Bezirken mit stark erhöhtem Risiko. In diesen Gebieten, die teils an der Grenze zu Bayern liegen, müssen Betriebe mit mehr als 50 Tieren ihre Vögel im Stall halten.

Die Aviäre Influenza, auch bekannt als Vogelgrippe oder Geflügelpest, bricht in Europa jährlich verstärkt im Frühjahr und Herbst aus. Das Virus ist hochansteckend und kann von Wildvögeln auf Zuchttiere übertragen werden. Infiziertes Geflügel stirbt meist an der Krankheit.

Mögliche Auswirkungen auf Menschen

Arbeiter in Geflügelbetrieben können in seltenen Fällen ebenfalls angesteckt werden, doch in Europa sind laut dem Gesundheitsministerium solche Erkrankungen noch nicht nachgewiesen worden. Das Virus wird nicht durch Lebensmittel verbreitet.

Im Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den weltweit ersten Todesfall einer mit dem Vogelgrippevirus A (H5N2) infizierten Person gemeldet. Die Person starb in Mexiko. Von 2003 bis Mai 2024 wurden der WHO aus 23 Ländern insgesamt 463 Todesfälle nach Infektionen mit Vogelgrippeviren gemeldet, es handelte sich aber immer um A (H5N1).

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC verläuft eine Infektion verläuft mit einem Vogelgrippe-Virus meist harmlos. Die Viren könnten sich aber so verändern, dass sie leichter von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Deshalb wurden Impfstoffkandidaten entwickelt, die im Fall einer Pandemie schnell zu verfügbaren Mitteln weiterentwickelt werden können.